Der Energiemarkt in Südafrika

Die wirtschaftliche Entwicklung Südafrikas hat sich in den letzten Jahren ähnlich wie jene in Deutschland bzw. Österreich dargestellt, wobei die Jahre 2012 und 2013 durch ein deutlich höheres Wirtschaftswachstum (3,6 bzw. 2,5% ggü. 1,8 bzw. 0,5% in Deutschland) gekennzeichnet waren.

Entsprechend der wirtschaftlichen Entwicklung wächst auch der Energiebedarf in Südafrika – hier sei nur der Bereich der Stromerzeugung betrachtet: dem jährlichen Bedarf von ca. 252.000GWh stehen Erzeugungskapazitäten von 46,6GW gegenüber. Steinkohle ist mit ca. 85% der Hauptenergieträger, die Eskom hält als Hauptenergieanbieter über 90% der Kapazitäten.

Der südafrikanische Strommarkt ist durch folgende – hinderliche – Rahmenbedingungen gekennzeichnet:

  • Quasimonopol der Eskom – verbunden mit Missmanagement
  • veraltete Erzeugungsanlagen und Verteilnetzwerke
  • die benötigte Kapazität von 36,5GW steht meist nicht zur Verfügung – Stromabschaltungen und Blackouts sind die Folge
  • traditionell niedrige Energiepreise

Die Energiekosten beginnen in den letzten Jahren aber teilweise deutlich zu steigen (12 – 16% p.a.) und tragen – neben einem wachsenden Umweltbewusstsein – dazu bei, dass die Nachfrage nach kostengünstiger und sauberer Energie aus erneuerbaren Quellen ebenfalls ansteigt.

Die Regierung in Pretoria hat bis 2030 das Ausbauziel auf 17,4GW festgelegt, was auch durch die vermehrte Installation von PV-Aufdachanlagen erreicht werden soll.

Der Markt in Südafrika ist also in Bewegung, wobei der Markteintritt für nicht-südafrikanische Unternehmen mit folgenden Risiken verbunden ist:

  • Konkurrenz durch lokale Firmen, welche bei öffentlichen Ausschreibungen bevorzugt werden
  • Fachkräftemangel
  • verschärfte Visa- und Einreisebestimmungen

aber auch folgende Chancen bietet:

  • Expertise im Bereich erneuerbare Energie teilweise vorhanden
  • starke Importabhängigkeit für Produkte und Technologien
  • wachsender Markt
  • großes Vertrauen in europäisches und deutsches Knowhow
  • Joint Ventures mit lokalen Firmen sind möglich, die Zusammenarbeit mit lokalen Vertriebs- und Projektpartnern ist möglich und ratsam
  • Tochterfirmen in Südafrika können ein Türöffner für den gesamten Markt im südlichen Teil Afrikas sein

Die Situation ist interessant – und wird auch zukünftig aufgrund der als eher instabil zu bezeichnenden politischen Lage in Südafrika spannend bleiben.

Einem beabsichtigten Markteintritt in Südafrika sollten jedenfalls intensive Recherchen vor Ort vorangehen. Das Land ist sehr schön, die Möglichkeiten sind vielversprechend – ein genauer Blick hinter die Kulissen lohnt aber jedenfalls!